Haben Sie gewusst, dass größtenteils bis Mitte des 19.Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum gar keine Geburtstage gefeiert wurden? Stattdessen feierte man (allenfalls) den jeweiligen christlichen Namenstag. Dieses Christentum … pffff.
In meinem Fall hätte das bedeutet, dass ich statt am 01.April am 11.11. gefeiert hätte. Keine Ahnung, was da besser ist… Für beide Anlässe kann ich nichts, habe ich also keine Leistung erbracht und weiß daher auch nicht, was es da zu feiern gibt. Soweit meine Grundeinstellung. Dann ist es aber jedes Jahr so weit und die Familie gibt sich Mühe, schmückt mir einen schönen Geburtstagstisch und macht sich Gedanken, was sie so in Glückwunschkarten schreibt.
Hannah hat sogar einen Plüschhund in einen Pappkarton gepackt und „Lumpi“ drauf geschrieben. Ich wollte ihn erst nicht auspacken und „Schrödingers“ über „Lumpi“ schreiben, aber den Witz hätte wieder außer mir keiner verstanden, also packte ich den Plüschhundi natürlich aus, um keinen Spaß zu verderben. So weit so schön.
Dann gehen an so einem Tag auch immer viele Nachrichten ein und Anrufe. Jeder lässt ein paar schöne Worte da und man erzählt ein wenig, tauscht Nettigkeiten und Tagesaktuelles aus. Auch das ist sehr nett und eigentlich auch ziemlich toll.
Wie immer habe ich mir frei genommen an meinem Geburtstag, um da nichts zu müssen. Die Überstunden waren in ausreichender Zahl vorhanden. Nachdem die Familie mir die Geschenke überreicht und das Haus verlassen hatte, legte ich mich nochmal hin und schlief fast zwei Stunden. Es ging mir seltsam blümerant in Magen und Gesamtbefinden. Danach aß ich ein Stück Geburtstagskuchen, entschied mich wegen der Blümeranz und einiger Regentropfen gegen den geplanten langen Geburtstagsspaziergang und für eine ausgedehnte Runde Playstation … wann hat man sonst Zeit dazu.
Um die Mittagszeit schrieb mir Hannah, ob ich sie nicht von der Schule holen könnte, sie hätte den Bus verpasst. Das machte ich dann auch gerne. Bis die Familie vollständig zurück war, verbrachte ich die Zeit mit Youtube, zum Beispiel einer ARTE-Aufzeichnung eines Meshuggah-Konzertes. Das hat mir gefallen. Dann gab es Kaffee und Kuchen, dazwischen weitere Gratulationen und dann fuhren wir nach Naumburg, wo dann doch noch spaziert wurde. Zum Beispiel um das Weltkulturerbe Naumburger Dom. Danach gab es Sushi und andere asiatische Speisen. Das ist eine Familientradition. Egal welcher Wochentag ist, an Geburtstagen wird abends Essen gegangen. Für mich ist das die maximalentspannteste Form Geburtstag zu feiern. Einfach mit meiner Familie sein und was essen. Nun ist wieder ein Jahr Ruhe, aber das war schon so ganz okay. Als ich schon im Bett bin um zu lesen, schickt mir mein Pubquiz-Team ein Teamfoto. Wie ich das mit dem Wirtsmann ausgemacht habe, haben sie alle ein von mir ausgegebenes Getränk in der Hand.
Sie freuten sich, also freue auch ich mich.





Nur bis ins 19. Jahrhundert hinein? Meine Urgroßmutter (+1948) muss wohl noch sehr am Namenstag gehangen haben, da wurde auch noch bis dahin Namenstag gefeiert. Was ist schon die Geburt? Geht heute halt oft nicht mehr, weil wenig biblischen Vornamen vergeben werden, bzw. ohne Sinn und Verstand (meiner Meinung nach).