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Di., 12.August 2025 – „Queens of the Stone Age“ – Zitadelle Spandau

Vor zwei oder drei Jahren habe ich mir mal eine Bucketlist für Bands angelegt, die ich gerne noch live sehen möchte, bevor das (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr geht.
Damit ich dann auch wirklich hingehe, wenn sie mal in der Nähe sind und egal, wie die Umstände da gerade sind.

Die „Queens of the Stone Age“ standen bis gestern Abend ganz oben auf dieser Liste, denn die sind, was musikalisch-handwerkliche Befähigung, Coolness und Bad-Assigkeit angeht, wohl eine der besten Bands des Universums.
Weil das so ist und weil sie nun mal auf der Liste standen fuhr ich mit meinem Bruder also an einem Dienstag nach der Arbeit die 240 km nach Berlin in die Zitadelle Spandau und habe es nicht bereut.

Vor dem Konzert aßen wir in der Innenstadt von Spandau eine Kleinigkeit. Das war für mich ein bißchen skurril, da man sich wie in einer typischen Kleinstadt vorkommt, aber von Berlinern umgeben ist, die aussehen, wie man sich Berliner eben so vorstellt und sich dort hinzu dann noch die ganzen Konzertbesucher gesellen, die auch noch einen Happen essen wollten. Das war interessant.

Wir waren dann viel zu zeitig auf dem Hof der Zitadelle und vertrieben uns die Zeit mit Gucken und Limo trinken.
19:00 Uhr startete die britische Vorband „So Good“, die irgendeine Mischung aus Rock, Punk und Rap machten und dabei sehr frontal vor die Stirn gehauene feministische und punkige Meinungen vorbrachten. Das war ein sehr kurzweiliges und unterhaltendes Gesamtkunstwerk.

Der Umbau dauerte dann recht lange. Immer wieder kam ein Roadie hinter dem Vorhang vor und musste hier und da noch an einem Kabel zubbeln oder ein Mikro zurechtrücken.
Kurz nach 8 ging es dann aber richtig schön los. Ich will nicht viel zu dem Konzert sagen oder gar auf einzelne Songs eingehen.
Es war einfach von vorne bis hinten das exakt gebohrte dicke Brett, das ich erwartet hatte. In der Band weiß jeder was er tut und auch, dass er das gut kann.

Josh Homme sang und spielte super, aber hinterließ bei mir einen etwas unguten, mental ungesunden Eindruck, wozu auch seine Ansagen beitrugen.
Mehrmals ließ er durchblicken, dass er keinen f*ck mehr auf irgendwas gibt und das er sich nur noch auf der Bühne gut fühlt. Das fand ich traurig, aber auch verständlich. In den letzten zwei bis drei Jahren hat er sich von seiner Frau getrennt, einen großen und teuren Sorgerechtsstreit ausgefochten, schwer gegen seine Krebserkrankung gekämpft und einige Freunde, wie zum Beispiel Mark Lanegan verloren. Er wirkte schon mitgenommen gestern Abend. Das er der Meinung war, es wäre ein wunderschöner Samstagabend und kein Dienstagabend, war dann wenigstens für ein schmunzelndes Raunen im Publikum gut.

Überhaupt war das Publikum ein gutes, dem Musikliebe wichtiger zu sein schien, als billiges Event und Unterhaltung. Einen Moshpit gab es im letzten Song dann dennoch.
Ich kehrte sehr glücklich nach Hause und bin es noch heute.

P.S. Man kann Josh Homme für Vieles danken. Für Kyuss, die Desert Sessions und seine Mitwirkung in anderen Bands. Das beste Stück seines Wirkens ist aber für mich das Album „Them Crooked Vultures“ der gleichnamigen Supergroup.

P.P.S. Hier noch die Setlist

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