Um die Tagesroutine etwas zu brechen, wählte ich beim Bäcker komplett andere Brötchen, als sonst. Anschließend musste ich mir von Maria unterstellen lassen, ich wäre garnicht beim Bäcker, sondern im Supermarkt gewesen.
Um die Routine noch weiter zu brechen, gingen wir mal direkt nach dem Frühstück baden. Obwohl es an Land kaum windig war, kamen die Ostseewellen heute mit einer erstaunlichen Frequenz und Höhe ans Ufer. Man muss wohl eine Weile hier wohnen, um die See zu verstehen. Die Wellen machten offenbar auch Eindruck auf den Meeresboden, der bislang eher ein Hochplatteau war, welches irgendwann plötzlich abfiel. Jetzt hatten wir hier so eine Art Allgäu am Meeresboden. Man sieht nie zweimal dasselbe Meer. Hat aber Spaß gemacht mit Lisbeth und der Wellenlänge. Hannah war malade und blieb zu Hause.
Der Rest des Tages wurde vergammelt und am Abend ging es mit den Freunden, die gerade einen Ferienwohnungskampf mit ihrem Vermieter ausfechten, zum Public Viewing. Frankreich – Spanien.
Das war schon schön dort. Bierbänke im Sand, der riesige Bildschirm im Wasser, im Hintergrund die Ostsee mit untergehender Sonne.
Maria und ich waren für Spanien, weil die einfach erdrückenden Ballbesitzfußball spielen und Maria ihr Tippspiel gewinnen will, die Freunde aus persönlicher Verbundenheit für Frankreich. Das Public Viewing war sehr gut besucht und der Moderator fand heraus, dass die überwiegende Mehrheit für Frankreich ist.
Die Bierwagen und Essensstände wurden von den regionalen Fußballclubs betrieben, was ich sehr sympathisch fand. War ein wenig auch ein Kontrast zum typischen Ostseetouristen.. eben sympathisch.
Am Ende gewann Spanien mit erdrückender Spielkontrolle verdient. Sollten Weltmeister werden.

Ich bin gerade auf dem Weg an die Ostsee. Von wo schreibst du?
Wir sind auf Usedom (Heringsdorf).
Aber im Prinzip nur noch heute und ein bißchen vom Morgen…