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Die., 16.September 2025 – eine Barbiergeschichte, Dartsmind App

Heute ging ich in der Mittagspause raus in die Stadt, um meinen Appetit nach Süßwaren zu decken. Unterdessen fiel mir ein, dass ich am morgigen Mittwoch nicht wie geplant nach der Arbeit zum Friseur würde gehen können, da dort schon ein anderer Termin wartete und dann fiel mir ein, dass ich schon am Donnerstag eine Frisur würde brauchen müssen.
Das brachte mich dazu, kurzentschlossen in meiner Mittagspause zu meinem Barbier zu gehen, obwohl ich eigentlich keine Zeit dafür hatte.

Der Barbier war leer, es saß lediglich ein ca. 11-13jähriger Junge im Barbierstuhl, dessen Frisur augenscheinlich schon weit vorangeschritten war. Der Barbier und der Junge unterhielten sich ausgelassen in einer weichen Sprache, die kein arabisch war und mich auf persisch tippen ließ. Der Barbier gab sich extra viel Mühe mit dem Jungen und so wurde ich immer unruhiger auf meinem Warteplatz.
Irgendwann kam dann die Mutter des Jungen zur Tür rein und auch sie unterhielt sich noch ausgiebig mit dem Barbier, bevor dann bezahlt wurde und ich dran war.

Meine Unruhe war nicht unbemerkt geblieben. Der Barbier entschuldigte sich ausgiebig für die Wartezeit. Es handele sich bei der Frau und dem Jungen um entfernte Verwandtschaft von ihm aus dem Iran, erklärte er, und sie seien gerade erst in Deutschland angekommen. Da wollte er den Jungen mit einer guten Frisur in sein neues Leben starten lassen.
Die Frau sei eine Krankenschwester und es gäbe ein neues Gesetz, nachdem man, wenn man einen bestimmten Beruf hat und deutsch sprechen kann, in Deutschland leben und arbeiten darf, sofern man sich vor der Einreise um eine Beschäftigung bemüht.
Das ist ein gutes Gesetz, waren der Barbier und ich uns einig, auch wenn ich noch nichts von so einem Gesetz gehört hatte. Sprache sei wichtig als Voraussetzung. Die entfernte Verwandte muss nun wohl sofort ein Praktikum machen, um nachzuweisen, dass sie das, was sie können muss auch kann. Sie will in der Pflege arbeiten und hat hier in der Stadt einen interessierten Arbeitgeber gefunden.

Der Barbier selbst bedauerte für sich, dass das mit dem Asyl so schwierig ist in Deutschland. Er ist seit 2,5 Jahren in Deutschland, hat sofort Deutsch gelernt und sofort einen Job gefunden. Trotzdem wird man ihn eventuell nicht hier bleiben lassen. Er spricht so gut deutsch, als wäre er schon zehn Jahre hier, denke ich bei mir und lenke das Gespräch auf den Iran. Das es dort schon mal schöner und moderner war, sage ich. Das ich Fotos aus den 70er Jahren kenne, auf denen Frauen in Jeans und mit offenen Haaren durch Teheran laufen. »Man konnte früher mit dem Zug direkt von Berlin nach Teheran fahren. Jetzt kommst du vom Iran aus höchstens noch nach Afghanistan.« antwortet mir mein Barbier darauf. »Iran ist ein wunderschönes Land …doch dann kamen die Mulahs. Kein junger Mensch will mehr im Iran leben.«.
Ich wünsche ihm Glück mit seinem Asylantrag. Was will ich auch sonst machen, und gehe mit perfekt frisiertem Bart und Haaren zum Bezahlen. Der Beruf „Barbier“ wird nicht in dem neuen Gesetz stehen, fürchte ich.


Ich habe gestern mein heimisches Ally Pally weiter perfektioniert, indem ich mir die „Dartsmind“-App installierte, für 15,-€ ein Pro-Jahresabo abschloss und dann mein Handy auf einem 1,80m hohen Stativ befestigte.
Nun zählt diese App mir mit Hilfe der Kamera meines Handys die Punkte zusammen. Das macht sie sehr sehr gut. Außerdem kann ich in der App sinnvolle Trainingsübungen starten und wenn ich will gegen andere Nutzer der App „Ferndarts“ spielen. Vorher kann man gucken, das man auf demselben Average-Niveau spielt. Das ist mit all den Spielen, Statistiken und Trends sehr trainingsmotivierend und schön.

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