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Fr., 10.Juli 2026 – Bestimmertag, Handwerker, Pizza

Der Bäcker duzt mich jetzt, also duze ich den Bäcker auch. Außerdem wundert er sich, dass ich dieses Mal zusätzlich zu den Brötchen Kuchen verlange. Zwei Nussecken und ein Schweinsohr, um genau zu sein. »Na ja, geht siche mit zum Strand, neech?« findet er für sich eine Antwort. »Gehe ich stark davon aus« antworte ich. »Macht ihr richtich« erwidert er. Außerdem preist er noch so Blätterteiggeschichten an, einmal mit Spinat und einmal mediteran gefüllt. »Vielleicht beim nächsten mal«, sage ich und »Muss ich erst mit der Familie drüber reden.«. Mit einem »Yo, schüss denn, macht euch einen schönen Taach«, verabschiedet er mich. 

Entlang des Weges findet links und recht an jedem zweiten Grundstück Arbeit statt. Grünpflege hauptsächlich, aber auch kleinere Bauarbeiten. Heute ist Freitag und da geht es sicher darum, den morgigen Anreisetag schick zu machen. Ich frage mich, wie sich das für die Einheimischen wohl anfühlt, tagein, tagaus fremde Touristen zu bedienen.. mir würde das doof vorkommen, andererseits muss man auch was essen und Kredite abbezahlen. 

Nach dem Frühstück hat Hannah Bestimmertag. Den Bestimmertag haben wir irgendwann mal eingeführt, um die Kinder an der Urlaubsgestaltung teilhaben zu lassen. Am Bestimmertag wird gemacht, was der Bestimmer sagt. (Weitgehend) ohne Widerworte.
Hannah will Bus fahren und im Zentrum nochmal die Pommes mit Trüffelmayo essen, die wir am ersten Tag aßen. Bei der Busfahrt sehen wir ganz Bansin. Auf der Seebrücke in Heringsdorf kaufe ich mir eine neue Badehose, auf der steht „Schietwetter“. Die mitgebrachte hält Maria für untragbar, meine zweite Badehose ging auf dem Zeltplatz in Durness verloren. Nun habe ich diese hier. Auch gut. 

Wir gehen am Strand zurück, nach einer Stunde Pause gehts an den Strand. Nebenan spielt eine Familie (Mutter, Vater, Kind) ein Spiel, dann streiten sich Mutter und Vater sehr heftig über die Spielregeln und -darauf aufbauend- darüber, wie beschissen der ganze Urlaub läuft. Die Tochter geht ein Stück weit weg und beschäftigt sich mit dem Sand. Sie scheint das schon zu kennen. Das Spiel wird nicht zu Ende gespielt. 

Ich bin mit dem Test meiner neuen Badehose so zufrieden, dass ich einen Schwimmausflug zur Boie wage, die das Ende des Schwimmerbereichs markiert. Das hatte ich mir ehrlich gesagt leichter vorgestellt. Es streckt sich ganz schön. Zwischendrin muss ich sogar mal kurz an die Nachrichten von den tödlichen Badeunfällen denken, die nahezu nur Männer betraf, die sich selbst überschätzt haben. Als ich dann aber erstmal an der Boie angekommen war, war der Rückweg ganz einfach. 

Abends gibts Pizza, Fußball und Rotwein.

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