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Mi, 10.September 2025 – Tochtertelefonate, Fusionsküche, Halbfinale

Beide Töchter sind auf Klassenfahrt. Wenn Lisbeth anruft, klingt ihre Stimme und die ganze Umgebung, als wäre sie gerade in einem riesigen Abenteuer. Euphorie, Spaß und Glücksgefühle sind es, die der Wörterwasserfall transportiert. Wenn Hannah anruft, klingt es, als steht sie kurz vor einem Amoklauf oder einem Nervenzusammenbruch. Meistens ist es später am Abend, wenn Hannah anruft, und dann geht es um Unzumutbarkeiten. Zum Beispiel darum, dass gerade fünf Jungs auf ihrem Bett sitzen und Wahrheit oder Pflicht spielen, wo sie doch einfach nur noch schlafen will, da sie den ganzen Tag Sport machen musste. Zugegebenermaßen finde ich selbst es auch ziemlich unzumutbar, dass da fünf Jungs in ihrem Bett Wahrheit oder Pflicht spielen, aber das ist ein anderes Thema. Davon abgesehen finde ich das alles unheimlich unterhaltsam. Hannah erhielt in ihrem Schwimmcamp immerhin Lob vom Sportlehrer, mit dem sie sonst eigentlich immer nur Beef hat. Der ist der Meinung, sie schwimme so gut, dass sie es mal in einem Verein versuchen sollte. Als sie Bouldern waren, sagte er das allerdings auch über ihr Klettern. Keine Ahnung, was da läuft. So kenne ich meine Tochter nicht.

Da Maria und ich alleine zu Hause waren und sich unser Hochzeitstag jährte, lud ich sie nach Leipzig zu asiatischer Fusionsküche ein. Wenn man in Leipzig gut asiatisch essen will, ist Plagwitz gerade der „place to be“.
Ich aß erst fritierte Reisbällchen mit einer Pilzfüllung und einer meerrettichartigen Knoblauchsoße und danach Fusionsgarnelen mit perfekt scharfer roter Fusionssoße und Reis. Das war super.

Dabei unterhielten wir uns über die aktuelle Situation unserer Familie, unserer Kinder und Hunde. Kurz zuvor hatte ich mal wieder Bruno aus dem Homeoffice verabschiedet. Maria und ich sind der Meinung, dass ein Hund super wäre, aber nun, da mein Arbeitgeber das unglaublich unprofessionell und deutlich abgelehnt hat, wird das schwierig mit der Integration. Andererseits kriegen andere das auch hin mit Arbeit und Hund. Man will wahrscheinlich wieder nur zu perfekt sein. So der Zwischenstand. So ein Hund hat ja auch viele Vorteile. Man läuft zum Beispiel mehr als 1.000.000 Schritte mehr im Schnitt pro Jahr als ein Hundeloser.
War jedenfalls schön so zweisam zu sein für ein paar Stunden. Auch ohne Hund.

Dann zogen Wolken auf und wir entschieden uns gegen den Spaziergang durch Plagwitz und für das Basketball-EM-Viertelfinale Deutschland gg. Slowenien.

Als Erkenntnisse blieben:

  • nochmal Schwein gehabt
  • wo findet die FIBA so schlechte Schiedsrichter für ein Viertelfinale
  • Doncic‘ Diskutiererei ist extrem nervig und gehört zukünftig unterbunden.

    Ansonsten: Halbfinale, Yay!

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