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Mo., 13.Juli 2026 – Wolgast, Entas, Korma

Heute Morgen war es sehr bewölkt und ich hatte Bestimmertag. Also schlug ich eine Zugfahrt nach Wolgast vor, auf die wir uns dann auch alle einigen konnten.
Der Bäder-Bus zur Bäderbahn war sehr voll und so lief mir der Schweiß allein schon aufgrund der großen Anzahl Menschen um mich rum. Ich musste stehen, und an jeder Haltestelle schlug mir die Bustür in die Fersen, egal wie ich mich auf dem begrenzten Raum stellte. 

Auf dem Bansiner Bahnhof war dann weder Fahrkartenschalter, noch -automat. Auch in der Bäderbahn war es voll, aber irgendwann konnte man dann doch sitzen. Kontrolliert hat uns keiner, weswegen wir umsonst nach Wolgast kamen. Auf dem Bahnhof Ückeritz wurde ich an meine letzten gymnasialen Jahre erinnert. Wie wir uns, mit dem damals frischen Wochenendticket, auf Zugfluren und Gepäck sitzend, mit 6x Umsteigen hierher gekämpft haben, um dann kilometerweit mit riesigem Rucksack zum Strand zu laufen, weil man von dort aus kostenlos auf den Zeltplatz kam. Bei einem nächtlichen Badeausflug wäre ich damals beinahe ertrunken.

Nach Wolgast fuhren wir, weil wir immer versuchen, bei unseren Usedom-Reisen einmal nach Wolgast zu kommen. Dort fanden Maria und ich vor ungefähr zwei Jahrzehnten das dortige alte Rathaus niedlich, entdeckten, dass sich darin nur noch das Standesamt befand und beschlossen, dort zu heiraten, falls wir einmal heiraten.
Ein paar Jahre später taten wir das dann auch und machen seither, wann immer es geht, ein Familienfoto vor diesem Rathaus, in dem sich aktuell scheinbar nicht mal mehr das Standesamt befindet. 

Bevor es jedoch zum Familienfoto kam, liefen wir den kleinen Hafen ab, den es hier gibt, fütterten Enten (Hannah ist ein riesiger Enten-Fan und nennt sie schon immer „Entas“) und aßen anschließend sehr lecker und erschwinglich in einem indisch-singapurischen Restaurant. Maria entdeckte ein kleines Haus, in dem sie mit ihren Eltern als Kind immer Urlaub gemacht hat. Wolgast ist ein angenehmer kleiner verschlafener Ort. Hier sind wir immer wieder gerne mal für einen halben Tag.

Auf der Rückfahrt mussten wir dann aber doch noch bei der Kontrolle eine Karte kaufen. Baden waren wir heute nicht. Am Abend laß ich auf dem Balkon den Roman „Wackelkontakt“ von Wolf Haas zu Ende. War ein netter Plot und kurzweilig zu lesen. Urlaubslektüre. Nun brauche ich neue…

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