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Mo., 15.September 2025 – Bruno, Darts, noch ein JGA

Die Gesamtlage der Welt wird hier und da in den Blogs wieder mehr thematisiert. Man merkt, es wird Herbst und dann heult auch noch Merz in einer Bauhaus-Synagoge aus allenfalls halbrichtigen Gründen. In den USA wird ein Arschloch erschossen, aber es bleibt dennoch ein politischer Mord. Das wird Wellen schlagen. Währenddessen gibt es auf diesem wunderbaren Planeten weiter zu viel Krieg und zu viele, die sich ein Urteil drüber erlauben, wissen nicht ansatzweise, was das für die Betroffenen bedeutet. Was das mit so etwas einzigartigem, extrem unwahrscheinlichem, wie einem Menschenleben macht. Es zeigt sich immer wieder. Die Menschheit hätte nie sesshaft werden dürfen, aber nun haben wir einmal diese Zeit erwischt und so muss man sich immer wieder sagen: »Es heizt sich zwar gerade zunehmend alles immer gefährlicher auf, aber mir geht es, ganz objektiv betrachtet, gerade sehr sehr gut.«, sonst geht man kaputt. Nur in den Abgrund glotzen ist auf Dauer nicht gut. Wissen wir spätestens seit Nietzsche…


Am Freitag ließ ich das Fahrrad stehen und mich von Maria auf Arbeit fahren. Ich machte eher Feierabend, um Bruno zu Fuß aus seinem Bürohundbüro zu holen und mit ihm zusammen nach Hause zu laufen. Nachdem ich das hektische, leicht mit Reizen zu beeindruckende Tier abgeholt hatte, liefen wir erstmal durch die Innenstadt.
Das finde ich interessant, weil man das selbst viel zu selten macht und man beim langsamen Gehen so viel mitkriegt, was einem Rad und Auto vorenthalten. Bruno vom Land gehts aber auch so. Jeder Reiz, jeder Lichtreflex, jeder Mensch und jedes vorbeifahrende Auto waren superinteressant und beschnüffelungswürdig, und es wurde auch viel Revier markiert. Etwas ruhiger wurde er erst wieder, als wir endlich auf dem grünen Weg angekommen waren, der am Bach entlang ins Dorf führt. Als wir zu Hause eintrafen, sackte Bruno noch im Flur mit letzter Kraft in sich zusammen. Knapp sieben Kilometer am Stück scheint er nicht oft zu laufen, dazu die ganzen neuen Gerüche und Eindrücke. Das reichte ihm erstmal.
Der nachfolgende Wochenendaufenthalt von Bruno bei uns lässt sich insgesamt wieder einmal so zusammenfassen, das Lisbeth und ich nach wie vor Hundemenschen sind und der Rest der Familie eher nicht so.

Den Samstag bekam ich Maria kaum zu Gesicht, weil sie sich darin verlor, einen Junggesellinnenabschied kulinarisch vorzubereiten. Das macht sie gern mal. Ihr Traum wäre es wirklich, Menschen mit Essen und Gastfreundlichkeit glücklich zu machen. Aber das stellt sie sich wohl auch ein bisschen zu romantisch vor und Geld verdienen muss man damit ja auch.

Währenddessen räumte ich unser familiäres Hobbyzimmer um und auf. Es wartet nämlich ein neues Hobby darauf, zu bleiben oder wie einige andere für immer auf dem Friedhof der Hobbies dahinzugammeln. Unweit unseres Gartens befindet sich eine alte Kegelhalle, die derzeit vom Sportverein zu einer erstklassigen Dartarena umgebaut wird. In der vergangenen Woche war ich dort, habe probetrainiert, mich dabei ganz gut geschlagen und Feuer gefangen. Wie das so ist, wenn ich einmal Feuer fange, bin ich dann sofort im Wurmloch des neuen Themas verschwunden. Beschäftigte mich bis in die Tiefe mit Dartscheiben, Maßen, Material und Grundausstattungen, aber vor allem auch mit der Unterschiedlichkeit von Dartpfeilen. Ich hätte nie vermuten können, wie groß und eigen diese Welt ist. Jeder ist gerne dazu eingeladen, mal darauf zu achten, wie unterschiedlich die Dartpfeile aussehen, die auf Sport 1 auf das WinMau-Dartboard geworfen werden oder bei Youtube nach „wie finde ich den perfekten Dartpfeil“ zu suchen. Jedenfalls bin ich jetzt Dartprofi mit Dartscheibe und zwei Sätzen RedDragon-Pfeilen, von denen ich hoffe, dass sie zu mir passen. Ansonsten wird das wieder ein teures Unterfangen. Vereinsmitglied bin ich inzwischen übrigens auch. Ist ja gut für den Ort, dort Geld zu bezahlen. Die Töchter und ich mögen die Dartscheibe, ganz unabhängig davon, wie das mit dem Hobby weitergeht, welches direkt hinter meinem Garten praktiziert wird. Bier gibt es dort auch.

Am Sonntag war Maria dann den ganzen Tag beim JGA und nach allem, was sie mir davon erzählt hat, war das ein sehr schöner Tag unter Freundinnen ganz ohne Quälerei der zukünftigen Braut. So geht das auch und auch hier haben es Frauen anscheinend besser drauf.
Ich übernahm in der Zeit Haushalt, Kinderbetreuung und Nachhilfe vollständig alleine und kochte mittendrin ein sehr passables Mittagessen.


Kling:

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